
Madeira ist eine autonome Region Portugals. Die Insel liegt in den Subtropen und ist ein Wanderparadies
Madeira hat seinen Namen vom portugiesischen Wort für "Holz". Genau genommen besteht Madeira nicht nur aus der Hauptinsel (741 qkm), sondern auch aus dem kleineren Porto Santo (45 qkm), sowie den Inseln Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens. Reisen nach Porto Santo bieten sich an, wenn man ausreichend Zeit für seinen Aufenthalt auf Madeira insgesamt mitbringt und Sandstrände mag.
Die Madeira-Inseln gehören politisch zu Portugal, haben aber als Região Autónoma da Madeira innenpolitische Autonomie, genauso wie die Region der Azoren. 1974 fand in Portugal die Nelkenrevolution statt, aus dessen Folge heraus u.a. Madeira 1976 eine weitreichende Autonomie zugestanden wurde. Die Insel hat ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und eine eigene Flagge.
Sie ist verwaltungsmäßig in 11 Kreise aufgeteilt. Größte Gemeinde und einzige Stadt ist mit über 100.000 Einwohnern Funchal. Funchal ist nicht nur Sitz der Regierung und des Präsidenten, sondern auch der Universität Madeira. Amtssprache auf Madeira ist Portugiesisch, die Zeitzone ist die Gleiche wie in Portugal. Auch die Währung ist der Euro, was das Reisen nach Madeira für Europäer erleichtert.
Porto Santo bildet einen 12 Kreis und hat dadurch einige eigene Kompetenzen. Porto Santo ist besonders bekannt für seinen schönen Sandstrand, den es auf Madeira selbst so nicht gibt, da die Küste Madeiras eher steil und felsig ist. Dafür ist Porto Santo trockener und hat eine ärmere Vegetation. Während Madeira also eher das Wanderparadies ist, ist Porto Santo eher für Badefreunde interessant. Da beide Inseln aber nah beieinander sind, kann man beides in seinem Urlaub auf Madeira haben.
Portugal trat 1986 der Europäischen Union bei, damit zählt auch Madeira seitdem zur EU. Es profitierte insbesondere durch umfangreiche Zuwendungen zum Bau neuer Straßen und deren Modernisierung.
Damit einher geht auch ein Wachstum der Tourismuszahlen. Ähnlich wie in anderen Regionen Europas (wie Gardasee, Alpenregion, Toskana oder Provence) wird auch auf Madeira der Tourismus immer wichtiger. Traditionell bilden die Briten eine starke Besuchergruppe, viele englische Familien leben aber auch schon seit Generationen auf der Insel. Insbesondere ausgehandelte Handelsprivilegien und die Übernahme des Handels mit dem damaligen Hauptexportartikels, dem Madeira-Wein, manifestierte eine englische Tradtion auf der Insel. Während der Napoleonischen Kriege landeten 1801 englische Truppen und errichteten einen Stützpunkt. Nachdem sechs Jahre später Portugal von Napoleon besetzt wurde, erklärten die Engländer Madeira wiederum sogar für besetzt. 1814 zogen die Streitkräfte jedoch wieder ab, wobei viele Soldaten blieben und sich fortan als Kaufleute verdingten.
Neben portugiesischer und englischer Verbindungen, hat Madeira auch Kontakt zu anderen europäischen Kulturen gefunden. Das Klima Madeiras galt schon lange als besonders heilsam und so fuhren Adlige und gut Betuchte aus ganz Europa nach Madeira um dort zu gesunden. Besonders bekannt ist der Besuch von Kaiserin Sisi von Österreich, der auch in der Verfilmung erwähnt wird. Neben dem Weinbau und der Landwirtschaft, sowie der Funktion als wichtiger Zwischenstopp von und nach Amerika, ist in der Geschichte Madeiras auch die Korbmacherei und die Stickerei als wirtschaftlich bedeutend erwähnenswert.
Aber der Tourismus deutete sich bereits früh als weitere wichtige Möglichkeit Madeiras an. Der erste Tourismus kam Ende des 19. Jahrhunderts auf. Eines der bekanntesten Hotels, das Reid´s Hotel, wurde bereits 1891 eröffnet. Ab 1950 wurden westlich von Funchal mehr und mehr größere Hotels erbaut, so dass die Insel auch für andere Urlauber erschwinglich wurde und bis heute ist. Es ist zwar kein typischen Urlaubsziel für Massentourismus, aber ein Geheimtipp ist sie auch nicht mehr.
Trotzdem gibt es einige ganze Reihe von Orten, wo man auch heute noch Ruhe finden kann. Die üppige Natur und das milde Klima machen Madeira zu einem subtropischen Paradies, das ganzjährig bereist werden kann. Insbesondere Wander- und Naturfreunde haben die Insel ins Herz geschlossen, ein Madeira Urlaub ist auch heute noch bei Jung und Alt gefragt.