
Madeiras Geschichte von der Entdeckung über die florierenden Zeiten des Zucker- und Weinhandels bis heute.
Wenn Sie nach Madeira reisen, sollten Sie auch etwas über die Geschichte der Insel wissen. Madeiras Geschichte ist noch relativ jung, zumindest was die Besiedlung durch den Menschen angeht. Zwar sollen bereits die Phönizier im Altertum entdeckt haben, aber Beweise für eine Besiedlung gibt es nicht.
1351 Als "Isola di Legname" erscheint die Insel erstmals auf einer Seekarte.
1418 landeten die Portugiesen João Gonçalves Zarco und Tristão Vaz Teixeira u.a. auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien auf einer kleinen Insel, die sie Porto Santo nannten. 1419 landeten sie dann in einer Expedition, gefördert von Heinrich dem Seefahrer, auf einer größeren Insel, die sie Madeira (port. "Holz") nannten.
Madeira wird in den Folgejahren besiedelt, um als Versorgungsstation für die Entdeckungsschiffe Portugals zu dienen. Madeira war wegen der dichten Bewaldung und dem Gebirge schwer zugänglich. Die Siedler versuchen durch Brandrodung Felder für die Landwirtschaft zu gewinnen. Auch Sklaven aus Guinea, den Kanaren und Nordamerika werden als Arbeitskräfte nach Madeira gebracht. Man baut Weizen und Gerste, später Zuckerrohr und Wein an. Um 1440 wurden bereits die ersten Malvasier-Reben aus Kreta nach Madeira gebracht.
Insbesondere das "weiße Gold" der Zucker wird zum Exportprodukt. Es kommen Siedler aus Flandern, Italien und Frankreich. 1452 ging die erste Wassermühle zur Zuckerverarbeitung in Betrieb. Christoph Kolumbus war ebenfalls im Zuckerhandel 1479-1482 auf Madeira aktiv und lebte auf der Insel und Porto Santo, wo er die Tochter des ersten portugiesischen Gouverneurs der Insel heiratete.
Die Einwohnerzahl der Inseln wuchs stetig. 1514 wurde Madeira vom Papst zur eigenen Diozöse erklärt. Während die Zuckergewinnung auf Madeira durch Auslaugung der Böden und durch die Konkurrenz rieisger Zuckerrohrplantagen in der neuen Kolonie Brasilien zurückging, verlagerte sich die Inselwirtschaft auf Weinanbau und profitierte als Handelsplatz für Waren aus den Kolonien und Versorgungsstation für Schiffe.
1580 wurde Portugal mit Spanien in Personalunion zusammengeführt, nach Revolten wurde Portugal aber 1640 wieder unabhängig. 1668 wurde diese Unabhängigkeit im Vertrag von Lissabon bestätigt, jedoch erhielten die Engländer zahlreiche Privilegien. Durch den Methuen-Vertrag gerät der Weinhandel der Insel unter englische Kontrolle. In den Napoleonischen Kriegen waren auf Madeira von 1801-1814 englische Streitkräfte stationiert. Nachdem Napoleon Portugal annektiert hatte, erklärten die Engländer Madeira für besetzt.
In dieser Zeit kamen weitere englische Familien, die auch nach dem Abzug der Soldaten oft blieben. 1840 eröffnen die ersten Hotels in Funchal. Damit beginnt der Tourismus. Der Weinbau auf der Insel erlitt dagegen 1852 durch den Mehltau und 1872 durch die Reblaus schwere Zerstörungen. Viele Engländer gingen zurück nach England und auch viele Madeirenser wanderten aus. Andere versuchten auf die Korbmacherei und die im Aufschwung befindliche Madeira-Stickerei umzusatteln.
1926 übernimmt in Portugal die Estado Novo die Macht. Der Staat wird autoritär geführt und es kommt 1931 zu einer Hungerrevolte auf Madeira, in dessen Folge einige Inselbewohner auf die Azoren oder Kapverden verbannt werden. Der Tourismus auf Madeira nimmt zu, 1947 wird die erste reguläre Flugverbindung von England nach Madeira eröffnet. 1964 der Flughafen eröffnet.
1974 Nelkenrevolution in Portugal, Ende der Militärdiktatur. 1976 erhält Madeira eine umfassende Autonomie mit eigener Regierung und Parlament.
1986 tritt Portugal und damit Madeira der EU bei. Die Insel profitiert besonders aus Fördermitteln zum Bau neuer Straßen. Der Tourismus wird auch hierdurch weiter gefördert. 2000 wird der erweiterte Flughafen fertiggestellt.